Zu Steve Jobs Biographie bin ich eher zufällig gelangt: über eine Biografie Bücherliste. Ich zähle mich nicht zu Anhängern der Apple-Religion, dennoch fand ich diese Biografie so interessant, dass ich darüber erzählen möchte.

Bei Isaacsons Buch handelt es sich nicht um die einzige Biografie über den jahrelangen Apple-CEO, allerdings ist es die einzige welche von ihm autorisiert wurde. Konkret bedeutet dies, dass der Biograph Jobs selbst, seine Familie, Kollegen und andere Leute interviewen durfte. Die vielen Interviews verleihen dieser Biografie Tiefe. Mich hat sie auf gleich mehreren Ebenen angesprochen.

1. Erleuchtung und Technologie: was jungen Menschen im Silicon Valley der 1970er interessierte

Die jungen Menschen in den 1970er interessierten sich für Computer und Mikroprozessoren und organisierten Clubs und Treffen für Gleichgesinnte, wo die neuen (selbstgebastelten) Computer vorgestellt und besprochen wurden. Andererseits suchten sie auch nach neuen spirituellen Wegen im Zen Buddhismus, Hinduismus und machten für die Suche nach Selbsterfahrung Pilgerreisen nach Indien. Ich fand es interessant, mehr über diese Zeit zu erfahren.

2. Die Eltern-Kind Beziehung

Ich fand beeindruckend, dass Steve Jobs Eltern immer auf seiner Seite waren. Als Jobs Grundschüler war, wurde seine Eltern oft in die Schule gerufen, um Jobs Verhalten zu besprechen. Es ist bemerkenswert, wie der Vater von Jobs Verständnis zu seinem Sohn hatte statt aus ihm einfach ein bequemes, gehorsames Kind machen zu wollen. Die Gedanken darüber welch starke Wirkung die Eltern auf den Selbstwert und das zukünftige Leben eines Kindes haben ließen mich nicht los.

3. Unternehmertum. Jobs und Wozniak

Die Beziehung zwischen den zwei Apple-Mitbegründern Steve Jobs und Steve Wozniak wird mehrmals im Buch beleuchtet. „Sie waren sehr unterschiedlich, aber sie bildeten ein effizientes Team“: der Buchautor geht darauf ein, welch unterschiedliche Temperamente die Beiden hatten und wie sie sich ergänzt haben, auch wenn sie später getrennte Wege gingen. Es ist eine Erzählung über eine Freundschaft und eine spannende Reflexion zum Thema, wie ein gutes Team funktioniert.

4. Die Gedanken über Erfolg

Was treibt eine Person an, wenn sie unbedingt etwas erreichen will? Diese Frage kommt immer wieder auf, wenn es um Jobs Ehrgeiz und perfektionistische Arbeitseinstellung geht. Diese Stellen des Buches bieten einen guten Anlass, über die eigene Motivation nachzudenken und ein Bisschen mehr über sich selbst zu erfahren.

5. Technologie und ihre Auswirkung

In dem Buch geht es oft darum, wie Technologieentwicklung unseren Alltag beeinflusst. Im 19. Jahrhundert wurde der Impressionismus durch die Einführung von kleinen Farbtuben aus Blei ermöglicht. Von da an konnten Maler ihre Farben direkt mit in die Natur nehmen um ihre unmittelbaren Impressionen auf die Leinwand zu bringen. In der Jobs Biographie geht es statt Malerei um die technischen Fortschritte des 20 Jahrhunderts. Um die Bauhaus-Ideen und industrielles Design, um Xerox, Mikrochips und graphische Benutzeroberflächen. Und letztendlich auch um Apple und Microsoft. Immer wieder wird anschaulich gemacht, wie eine Erfindung eine Branche revolutionieren kann, wenn diese Erfindung von der richtigen Person erkannt wird. Und ebenso wird veranschaulicht wie ein etabliertes Unternehmen die neuen Möglichkeiten verliert, wenn dort niemand auf die Idee kommt, sie zu nutzen.

6. Zusammenhänge

Die Biographie von Steve Jobs zeigt auf, wie unterschiedlichste Ereignisse im Leben zusammenhängen. Kalligraphie und benutzerfreundliche Computerschriftarten. Moderne günstige Häuser im Kalifornien der 50-er Jahre, japanische Zen-Gärten und schlichtes und funktionelles Computerdesign um die Jahrtausendwende. Ein Vater, welcher einen Holzschrank baut, bei welchem die Rückwand genauso schön und wertig ist wie die Vorderseite — und sein Sohn, welcher einen Computer baut, dessen Innenleben genauso schön sein sollte wie das Äußere. Es ist diese Art von verschiedenen Entwicklungen und Zusammenhängen welche in der Biographie beleuchtet wird.

Erwähnenswertes zum Buch

Im Zusammenhang mit diesem Buch gibt es noch einige Filme und eine Aufzeichnung, welche eine gute Ergänzung wären.

1. Pirates of Silicon Valley 

Ein Film über die Gründung und die ersten Jahren von Apple. Es geht viel um Steve Jobs und Steve Wozniak.

2. jOBS – Die Erfolgsstory von Steve Jobs

Ein Biographiefilm über Steve Jobs. Er Umfasst die Zeit von der Apple-Entstehung bis zur Einführung des iPod 2001.

3. Die Bauhaus Revolution

Eine 3-sat Dokumentation. Wie der Name des Filmes schon klar macht, geht es hier in erster Linie um die Bauhaus-Schule und um modernes Design, welches das Bauhaus beeinflusst hat. Am Ende kommt auch ein iPhone-Modell vor. Der Film würde das Buch für die Leser gut ergänzen welche sich für Design interessieren.

4. Stanford-Ansprache

Kurze, aber einprägsame Rede, welche Steve Jobs vor Stanford-Absolventen 2010 gehalten hat. Darauf bin ich durch das Buch gekommen, aber man kann es sich auch unabhängig von dem Buch anschauen.

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