Aktualisiert am 26.03.2021

Selbstfürsorge für Mütter und für Eltern generell ist ein sehr wichtiges Thema. Oft kommen wir uns selbst zu kurz bei dem Versuch, alles Mögliche zu schaffen. In einer stressigen Situation wie jetzt ist es umso wichtiger, sich selbst bewusst zu umsorgen.

Der Lockdown ist voll von Herausforderungen. Für mich ist diese Zeit auch nicht einfach: weniger Betreuung für mein Kind führt zu weniger Arbeitszeit und Übermüdung. Soziale Isolation und Unsicherheit wegen weiteren Monaten sind anstrengend. Was kann ich tun, um den Lockdown für mich zu erleichtern? Diese Frage musste ich mir stellen, um den Lockdown für mich — und folglich für mein Kind — erträglicher zu machen. 

Ich habe hier ein paar Dinge zusammengefasst, welche ich in dieser Situation hilfreich finde. Sie sind einfach: man braucht keine Vorkenntnisse und man muss an nichts glauben — einfach anfangen. Ich hoffe, dass ein paar davon auch anderen Eltern helfen werden, den Lockdown zu überstehen.

1. Zeit für dich 

15 Minuten täglich, welche du dabei verbringst, was dir selbst gut tut. 

Eine Tasse Kaffee früh am morgen, wenn das ganze Haus noch schläft? Eine Runde Sport? Kurz Luft holen an der frischen Luft? Suche dir das aus, was zu dir passt. Man kann auch klein anfangen: wenn fünfzehn Minuten im Moment schwierig erscheinen, fange mit zehn oder fünf Minuten täglich an. 

Warum ist persönliche Zeit jetzt wichtig: im Moment ist es besonders wichtig, für sich selbst zu sorgen. Als Elternteil im Homeoffice kann man sich selbst leicht übersehen, von daher empfiehlt es sich, diese Zeit fest einzuplanen.

2. Körperliche Aktivität

Regelmäßige körperliche Aktivität. Wenn du eine Lieblingsaktivität hast – plane sie ein. Wenn nicht, suche dir etwas aus, was dir gefällt. Yoga, Dehnung, Tanzen zur Lieblingsmusik. Gibt es vielleicht etwas, was deinem Kind auch gefällt? 

Ich persönlich mag Yoga sehr, da es Dehnung mit kräftigeren Übungen kombiniert und da ich mir nach Lust und Laune ein passendes Training aussuchen kann. Aber wenn du lieber Joggst oder mit Gewichten trainierst, dann sind diese Sportarten für dich richtig.

Warum ist Sport jetzt wichtig: wenig Bewegung wegen Home Office und Ausgangsbeschränkungen kann den Stress steigern, wenn man nicht aktiv gegensteuert.

3. Entlastung im Alltag

Mehr Luft im Alltag: woher kann sie kommen? Was kann mir zusätzliche Zeit und Energie in dieser Situation geben? Was sind meine Prioritäten und wo kann ich meine Ansprüche senken? Die Antworten auf diese Fragen werden stark variieren – und die Lösungen auch. Kann vielleicht das Kind mehr Unterhaltungszeit vor dem Bildschirm als sonst bekommen? Kann ich einfacher kochen oder mehr Essen bestellen?

Für mich war es zum Beispiel hilfreich, einzusehen, dass ich spät am Abend nicht mehr arbeiten kann und nur Fehler mache. Obwohl ich anfangs enttäuscht war, konnte ich diese Situation schlussendlich akzeptieren und kann jetzt abends die Zeit für einfachere Aufgaben nutzen. 

Warum ist Entlastung jetzt wichtig: die Eltern sind während des Lockdowns stärker als sonst belastet. Es ist wichtig, einige Dinge lockerer anzugehen, um nicht zusammenzubrechen.

4. Kein toxisches Nachrichtenlesen

Nicht jede Information ist wertvoll. Tatsache ist, dass zu viele Nachrichten einen eher stressen als informieren. Ich fand es hilfreich, mein Nachrichtenkonsum zu begrenzen, und vielleicht wird es dir auch gut tun. Suche dir aus, welchen Quellen du vertraust und reduziere den Rest.  

Warum ist ein bewussterer Umgang mit Nachrichtenwichtig: die Situation ist im Moment stressig genug. Nicht mehr Stress und Sorgen aufzunehmen als nötig ist wichtig, um sich selbst zu entlasten.

5. Gefühle zum Ausdruck bringen

Laut Psychologen und Achtsamkeitlehrern kann man sich von unangenehmen Empfindungen distanzieren, indem man sie beschreibt, zeichnet oder sonst zum Ausdruck bringt. 

Wie macht man das? Man kann zum Beispiel ein Blatt Papier nehmen und Gefühle, Empfindungen und Ereignisse des Tages beschreiben, bis das Blatt voll ist. Danach kann man es aufheben oder auch entsorgen.

Warum kann diese Übunghilfreich sein: es ist ein einfaches Mittel, mit dem Gefühlen umzugehen, welche einen sonst schnell Überfordern.

Relevante Links 

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Hier findest du ein paar Links, welche dir helfen können, die oben genannten Ideen umzusetzen.

Yogamour – jede Menge informative und wunderschön gedrehte Yogavideos, welche du auch zu Hause machen kannst. Ganz praktisch finde ich die variablen Videolängen und unterschiedliche Schwerestufen. Ein Projekt von Bärbel und Christian Miessner. 

Ein guter Winter ist ein Krisentagebuch speziell für die Zeit des Winter-Lockdowns. Es wurde von den Autoren von „Einem guten Plan“ Jan Lenarz und Milena Glimbovski entwickelt und wird von Ihnen kostenlos zum Download gestellt. 

Das Coronavirus Update von NDR Info ist ein Podcast mit fundierten Informationen rund um Coronavirus-Pandemie. Mit Korinna Hennig, NDR Wissenschaftsredakteurin, Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, und Sandra Ciesek, Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. 

Die Selbsthilfeliste hier ist natürlich nicht vollständig, aber sie kann ein guter Anfang sein. Ich hoffe, dass dir etwas davon hilft, deinen Lockdown-Alltag zu verbessern und Lösungen für dich zu finden.

Und was, wenn diese Ideen dir nicht zusagen? Dann ist es ein guter Ausgangspunkt für die eigene Suche nach Selbsthilfemöglichkeiten. Denn man braucht einen langen Atem und jede Menge Selbsthilfe, um durch diese Zeit zu kommen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Gesundheit und hoffe, dass der Lockdown und die Einschränkungen bald nicht mehr nötig sein werden.

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