Sechs Tipps, wie du dein Kind besser fotografieren kannst

Kinder verändern sich schnell - ich kenne es selbst. Natürlich wollen wir Eltern festhalten, wie unsere Kinder groß werden. In diesem Text möchte ich ein paar Tipps geben, mit welchen du bessere Fotos von deinem Kind machen wirst.

 

Eine kurze Bemerkung vorab: die beste Kamera ist die Kamera, welche du gerne benutzt. Dabei ist es erstmal egal, ob das eine Profikamera ist oder „nur“ ein Handy. Wenn deine "Hauptkamera“ auf einem Regal zu Hause Staub sammelt und du stattdessen mit dem Handy fotografierst, ist dies in Ordnung. Du kannst jetzt mit dem Smartphone anfangen und dich gerne später mit der Kamera beschäftigen. Hauptsache ist, dass du das Fotografieren deiner Kinder nicht jedes Mal verschiebst, nur weil du noch nicht alle Kameraeinstellungen kennst. Fang stattdessen jetzt damit an, was du schon kannst, und um den Rest kannst du dich später kümmern.

 

(1) Nimm dir zum Fotografieren regelmäßig Zeit. Plane sie am besten fest ein. Wie lange, ist nicht so wichtig - selbst 5 oder 10 Minuten pro Woche sind mehr als nichts. Wichtig ist nur, dass du in diesen fünf Minuten voll dabei bist.

 

Hast du jetzt Zeit gefunden? Super. Nimm deine Kamera und beobachte das, was passiert. Wenn du etwas Interessantes siehst, mache ein Bild. Höchstwahrscheinlich wird etwas schon nach kurzer Zeit deine Aufmerksamkeit wecken, und dann bist du gut gewappnet: die Kamera liegt bereits in deinen Händen und du wirst das Motiv nicht verfehlen.

 

Solche regelmäßigen „Fototermine“ mit dem eigenen Kind haben eine schöne Nebenwirkung: du kannst in der restlichen Zeit ganz bei deinem Kind sein und musst nicht zur Kamera greifen, wenn etwas passiert. Denn du weisst, dass du dein Kind regelmäßig fotografierst und seine Bilder dir nicht davon laufen werden.

 

(2) Wenn du nicht schnell genug warst, ist es kein Problem. Im Alltag wiederholen Menschen oft ihre Handlungen und dein Kind wird bestimmt das nochmals machen, was du verpasst hast. Beobachte einfach weiter, bleib dran – und es wird bestimmt beim nächsten Mal klappen.

 

(3) Die Sommerzeit mit viel Tageslicht ist gut für Experimente mit Fensterlicht geeignet. Gibt es in deiner Wohnung eine breites Fensterbrett, auf dem dein Kind gerne sitzt? Mag dein Kind in der Nähe eines Fensters spielen oder lesen? Steht vielleicht der Hochstuhl deines Babys nah am Fenster? All das sind gute Gelegenheiten zum Üben.

 

Fotografiere dein Kind nächstes Mal nah am Fenster und sieh dir die Bilder an. In welchem Abstand vom Fenster und wo genau wurden die Bilder gemacht, welche dir am besten gefallen? Fast neben jedem Fenster kann man eine Stelle finden, wo Tageslicht eine besonders schöne Wirkung hat. Manchmal ist es auch Tageszeitabhängig. Wenn du so eine Stelle bei dir findest, kannst du dir sie gerne merken und in Zukunft nutzen.

 

(4) Wenn dein Kind zu sehr auf die Kamera reagiert und es dir schwer fällt, es unbemerkt zu fotografieren - kannst du es vielleicht lieber beim Spielen oder zusammen mit einem Verwandten fotografieren?

 

(5) Details sind Gold wert. Was mag dein Kind jetzt? Welche Kleidung trägt es, welche Spiele spielt es? Was für Poster hängen an seiner Wand? All das sind interessante Aussagen. Mache dir beim Fotografieren Details bewusst und schaue, wie dir das Ergebnis gefällt.

 

(6) Sichte die Fotos regelmäßig und wähle die besten Bilder aus. Was gefällt dir, was gefällt dir nicht? Welche Bilder hättest du gerne und wie würdest du deine Fotos verbessern? Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, deinen eigenen Geschmack zu entdecken und dich fotografisch zu entwickeln.

 

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg, eine wunderschöne Zeit mit deinem Kind und eine Menge schöne Ergebnisse! :)

 

Und – zum Schluss noch was. Unabhängig davon, wie oft und mit welcher Kamera du fotografierst, ist es wichtig, alle oder die besten Bilder zu archivieren und gut aufzubewahren. Es gibt nichts Schlimmeres, als alle Bilder komplett zu verlieren, weil sie nur auf einer Festplatte gespeichert waren, welche eines Tages kaputt ging.

 

Eine andere Lösung ist auch, Bilder zu drucken. So hast du die Bilder nicht nur digital, und so kannst du die Bilder nicht nur vom Monitor anschauen. Außerdem ist es sehr nett, Bilder in einem Album zu kombinieren – ein gedrucktes Album hat eine ganz besondere Wirkung.